Die Liste ist nach dem Ablauf einer Reise gegliedert: erst was Pflicht ist, dann Papiere und Technik, dann der Alltag am Platz und zuletzt die Runde ums Fahrzeug vor der Abfahrt. Streich, was du nicht brauchst; jedes Kilo zählt gegen die Zuladung.
Redaktion Camperleben.info · Stand Oktober 2026 · mit Quellen geprüft
So benutzt du diese Checkliste
Die Liste folgt der Reise: Wochen vorher (Termine und Papiere), Woche vor der Abfahrt (Technik testen), Tag vor der Abfahrt (packen und wiegen), Abfahrt, Ankunft am Platz und Abreise. Danach folgen die Ergänzungen für Wohnmobil, Wohnwagen und Zelt oder Dachzelt.
Pflicht heißt: In Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, mit Fundstelle.
Alles ohne diesen Hinweis ist eine Empfehlung aus der Praxis. Streich, was zu deiner Reise nicht passt.
Für Mietfahrzeuge gilt dieselbe Liste; was der Vermieter mitliefert, steht im Mietvertrag. Hake es bei der Übergabe ab.
Welche Ausrüstung ist Pflicht?
Was
Für wen
Grundlage
Gültiger Führerschein, auf Papier oder als digitaler Führerschein
jede Person am Steuer
§ 4 Abs. 2 und 2a FeV
Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) im Original oder als digitaler Fahrzeugschein, eine Kopie reicht nicht
jedes Fahrzeug, auch der Wohnwagen
laut Finanztip
Warndreieck
Pkw und Kfz bis 3,5 t
§ 53a StVZO
Warndreieck und zusätzlich eine Warnleuchte
Kfz über 3,5 t
§ 53a StVZO
Warnweste nach EN ISO 20471
Pkw, Lkw, Zugmaschinen, Busse
§ 53a StVZO
Erste-Hilfe-Material nach DIN 13164
Kraftfahrzeuge
§ 35h StVZO
Gasprüfung nach G 607, nicht älter als 24 Monate
Fahrzeuge mit Flüssiggasanlage
§ 60 StVZO
Kindersitz für Kinder unter 12 Jahren und unter 150 cm, nur auf Sitzen mit Gurt
alle Fahrzeuge mit Gurten
§ 21 Abs. 1a StVO
Tempo-100-Plakette und Anhängerreifen unter sechs Jahren, wenn du 100 km/h fahren willst
Gespanne
9. Ausnahmeverordnung zur StVO
Stand Oktober 2026. Im Ausland gelten zusätzliche Pflichten, etwa Warnwesten für alle Insassen; prüfe die Länder auf deiner Route.
Die Warnweste ist für Wohnmobile in § 53a StVZO nicht ausdrücklich genannt. Leg trotzdem eine Weste je Person griffbereit ins Fahrerhaus, nicht in die Heckgarage: Bei einer Panne auf der Autobahn ziehst du sie vor dem Aussteigen an.
Vier bis sechs Wochen vorher: Termine und Papiere
Alles, was einen Termin bei jemand anderem braucht, gehört an den Anfang. Werkstätten und Prüfstellen sind vor Ferienbeginn oft ausgebucht.
Gasprüfung (Pflicht): Datum auf der Prüfbescheinigung ansehen. Läuft die Frist während der Reise ab, lass vorher prüfen. Die Bescheinigung kommt zu den Fahrzeugpapieren; Campingplätze und Fähren können sie verlangen.
Hauptuntersuchung: Plakette am Kennzeichen prüfen, beim Gespann auch am Wohnwagen.
Reifen: Profil, Risse und Alter (DOT-Nummer, zum Beispiel 2321 für Woche 23 im Jahr 2021). Für Tempo 100 mit dem Wohnwagen müssen dessen Reifen jünger als sechs Jahre sein.
Führerschein: Reicht deine Klasse für die zulässige Gesamtmasse aus den Papieren? Siehe Wohnmobil-Führerschein.
Versicherung: Gilt der Schutz in allen Ländern der Route? Schutzbrief und Auslandskrankenversicherung abschließen oder prüfen.
Maut und Vignetten: Für Transitländer vorab kaufen; Fahrzeuge über 3,5 t brauchen in manchen Ländern eine Mautbox statt Vignette.
Umweltplaketten: Für Städte mit Umweltzone; Frankreich verlangt eine eigene Plakette (Crit'Air).
Hund oder Katze ins EU-Ausland (Pflicht): Heimtierausweis, Mikrochip, Tollwutimpfung. Nach einer Erstimpfung gilt eine Wartezeit von 21 Tagen; die Impfung muss nach dem Chip erfolgt sein. Für Finnland, Irland, Malta, Norwegen und Nordirland braucht ein Hund zusätzlich eine Bandwurmbehandlung 1 bis 5 Tage vor der Einreise, eingetragen im Ausweis.
Stellplätze: In der Hauptsaison beliebte Campingplätze reservieren; für Fähren Fahrzeuglänge und Höhe korrekt angeben.
Bei Reisen über mehrere Wochen: Zuhause und Post
Daueraufträge und Lastschriften prüfen, die in den Reisezeitraum fallen.
Jemanden bitten, nach Wohnung oder Haus zu sehen; Ersatzschlüssel hinterlegen.
Für Behördenpost mit Fristen klären, wie du sie unterwegs erfährst: Briefe öffnen lassen, nachsenden oder scannen.
Wichtige Dokumente einmal digital sichern: Ausweis, Führerschein, Fahrzeugschein, Versicherungspolicen, Impfausweis.
Teller, Becher, Besteck; bruchfeste Ausführung klappert weniger
Spülmittel, Schwamm, Geschirrtücher, Müllbeutel in zwei Größen
Feuerzeug oder Stabfeuerzeug für Herd und Grill
Grundvorrat: Salz, Öl, Kaffee, Nudeln, Konserven für den ersten Abend
Schlafen und Kleidung
Bettwäsche oder Schlafsäcke, Kopfkissen, Handtücher
Kleidung im Zwiebelprinzip, Regenjacke, Hausschuhe für drinnen
Badeschuhe für Sanitärgebäude, Kulturbeutel
Werkzeug und Pannenhilfe
Bordwerkzeug, Radkreuz, Wagenheber, der für das Gewicht des Fahrzeugs ausgelegt ist
Reifenfüllmesser, kleiner Kompressor
Starthilfekabel, Ersatzsicherungen für Fahrzeug- und Bordnetz, Ersatzlampen
Gewebeband, Kabelbinder, Universalschlüssel für Serviceklappen, Taschenlampe
Auffahrkeile und kleine Wasserwaage zum Ausrichten
Draußen und Gesundheit
Tisch, Stühle, Unterlage für Vorzelt oder Markise, Heringe und Sturmband
Insektenschutz, Sonnenschutz, Reiseapotheke mit Dauermedikamenten
Für Hunde: Leine, Napf, Futter, Gurt oder Box zur Sicherung im Fahrzeug
Zusätzlich je Fahrzeugtyp
Wohnmobil
Höhe, Breite und Länge des Fahrzeugs auf einen Zettel am Armaturenbrett schreiben, für Brücken, Tankstellen und Fähren
Bei über 3,5 t: Warnleuchte (Pflicht) und die Tempolimits für schwere Wohnmobile, siehe Tempolimits
Fahrradträger: Achslast hinten im Blick behalten, Kennzeichen und Leuchten dürfen nicht verdeckt sein
Abwasserschlauch oder Auffangbehälter für Entsorgungsstationen ohne Bodenablauf
Wohnwagen
Abreißseil, Stromkabel für die Anhängersteckdose, bei Bedarf Adapter von 13 auf 7 Pole
Zusatzspiegel, wenn der Wohnwagen breiter ist als das Zugfahrzeug
Stützlast vor jeder Fahrt kontrollieren; mindestens 4 Prozent des tatsächlichen Anhängergewichts, höchstens der kleinere Wert von Zugfahrzeug und Kupplung
Kurbel für Stützen, Unterlegplatten, Radkeile
Für Tempo 100: Plakette am Heck, Eintrag in den Papieren, Reifen unter sechs Jahren (Pflicht, wenn du 100 fährst)
Zelt und Dachzelt
Zelt vorher einmal zur Probe aufbauen, Gestänge und Reißverschlüsse prüfen
Isomatten oder Matratze, Schlafsäcke für die erwartete Nachttemperatur
Gaskocher mit Kartuschen; bei Kälte Propan-Gemisch, siehe Wintercamping
Dachzelt: Gewicht von Zelt und Träger gegen die Dachlast aus der Betriebsanleitung rechnen; der Wert steht nicht im Fahrzeugschein
Kopflampe, Leiter-Schutz, Beutel für nasse Schuhe
Am Tag vor der Abfahrt: packen und wiegen
Schweres unten und nahe der Achse: Getränke, Vorräte und Werkzeug in Bodenstaufächer zwischen den Achsen, nicht in Dachschränke oder ganz hinten.
Wasser bewusst füllen: 100 Liter Frischwasser wiegen 100 kg. Fahr mit der kleinen Menge, die du bis zum Ziel brauchst, wenn es am Ziel Wasser gibt.
Wiegen: Voll beladen auf eine öffentliche Waage, etwa an einem Wertstoffhof. Leermasse aus den Papieren plus Gepäck ist nur eine Schätzung, denn Sonderausstattung fehlt dort oft.
Kühlschrank mit vorgekühlten Lebensmitteln füllen.
Lose Teile sichern: Alles, was beim Bremsen fliegen kann, gehört in Fächer oder Kisten.
Beispielrechnung: Ein Wohnmobil mit 3.500 kg zulässiger Gesamtmasse und 3.000 kg Leermasse laut Papieren hat rechnerisch 500 kg Zuladung. Zieh eine Beifahrerin (70 kg), zwei E-Bikes mit Träger (80 kg) und 100 Liter Wasser ab, bleiben 250 kg für Gepäck, Vorräte und Campingmöbel. Die Werte sind angenommen; deine stehen in der Zulassungsbescheinigung.
Abfahrtskontrolle: die Runde ums Fahrzeug
Strom- und Wasserschlauch abgezogen und verstaut
Gasflasche geschlossen, sofern die Heizung während der Fahrt nicht mit einer dafür ausgelegten Anlage läuft
Dachluken, Fenster, Schranktüren und Kühlschranktür verriegelt
Markise, Trittstufe, Hubstützen und Antennen eingefahren
Hund gesichert: Ein ungesichertes Tier gilt als Ladung, der ADAC nennt 60 Euro Bußgeld und einen Punkt
Kinder auf Sitzen mit Gurt und im passenden Kindersitz
Beim Gespann: Kupplung eingerastet, Abreißseil eingehängt, Stützrad hoch, Leuchten geprüft
Einmal langsam um das Fahrzeug gehen und unter das Fahrzeug sehen: Keile, Kabel, Stühle
Ankunft am Platz
Stellplatz ansehen, bevor du einfährst: Untergrund, Neigung, Äste, Abstand zur Stromsäule.
Ausrichten: Mit Keilen waagerecht stellen. Ein schräg stehender Absorberkühlschrank kühlt schlechter, und du schläfst besser gerade.
Strom anschließen: Kabel komplett abrollen, erst am Fahrzeug, dann an der Säule einstecken. Sicherungswert an der Säule ablesen: 6 A reichen für etwa 1.380 W, 10 A für etwa 2.300 W.
Gas öffnen und Kühlschrank auf die passende Energiequelle stellen.
Am Vorabend Abwasser und Toilette an der Station entleeren, wenn sie morgens voll belegt ist.
Draußen alles einpacken, Markise trocken einfahren; nass eingefahren muss sie zu Hause sofort trocknen.
Strom zuerst an der Säule, dann am Fahrzeug trennen.
Abfahrtskontrolle wie oben; Keile nicht vergessen.
Platz sauber zurückgeben, Zählerstand notieren, wenn nach Verbrauch abgerechnet wird.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
Gasprüfung abgelaufen: Fällt meist erst am Campingplatz auf. Trag das Fälligkeitsdatum in den Kalender ein.
Überladen: Volle Wasser- und Abwassertanks plus E-Bikes bringen viele 3,5-t-Fahrzeuge über die Grenze. Einmal wiegen klärt das für die ganze Saison.
Kabeltrommel aufgewickelt betrieben: Die Leitung kann sich unter Last stark erwärmen. Immer ganz abrollen.
Dachlast verwechselt: Für Dachzelt und Dachbox zählt der Wert aus der Betriebsanleitung, nicht der Fahrzeugschein.
Hund ohne gültige Impfung: Die 21 Tage Wartezeit nach der Erstimpfung lassen sich nicht abkürzen.
Häufige Fragen
Welche Ausrüstung ist im Wohnmobil Pflicht?
In Deutschland: ein gültiger Führerschein, ein Warndreieck und Erste-Hilfe-Material nach DIN 13164. Über 3,5 t zulässiger Gesamtmasse kommt eine Warnleuchte hinzu. Die Warnwestenpflicht nennt § 53a StVZO für Pkw, Lkw, Zugmaschinen und Busse; eine Weste je Person im Fahrerhaus ist auch im Wohnmobil sinnvoll und in vielen Nachbarländern vorgeschrieben. Die Gasanlage muss alle 24 Monate geprüft sein.
Wie früh sollte ich mit der Reisevorbereitung anfangen?
Für Gasprüfung, Werkstatttermine, Vignetten und eine Hundeimpfung brauchst du Vorlauf: Plane vier bis sechs Wochen. Eine Tollwut-Erstimpfung gilt erst nach 21 Tagen, und Werkstätten sind vor Ferienbeginn oft ausgebucht.
Was wird beim Camping am häufigsten vergessen?
Aus der Praxis: Adapter für Strom und Wasser, Auffahrkeile, Ersatzsicherungen, die Gasprüfbescheinigung und ein zweiter Schlüssel. Beim Gespann wird oft das Abreißseil nicht eingehängt. Die Abfahrtskontrolle in diesem Artikel deckt diese Punkte ab.
Quellen
Geprüft im Oktober 2026. Gesetze und Preise ändern sich; maßgeblich ist die jeweils aktuelle Fassung.